Pränatale Infektionen: Seltene Fälle
Prof. Dr. med. habil. Martin Enders | Labor Prof. Dr. G. Enders MVZ GbR
Infektionen in der Schwangerschaft gefährden potentiell die Gesundheit von Mutter und Kind. Wird ein Erreger transplazentar von der Mutter auf das Kind übertragen, können im Verlauf Embryo-/Fetopathien, neonatale Erkrankungen und Spätschäden auftreten. Dabei werden Schädigungs- bzw. Komplikationsrisiko in erster Linie durch den Erreger, den Infektionstyp (Erstinfektion, Reinfektion; Reaktivierung) und das Gestationsalter (Transmissionsrisiko, Organogenese, Entwicklung des fetalen Immunsystems, diaplazentarer Transport von IgG-Antikörpern) bestimmt. Infektionen mit Zytomegalievirus, Toxoplasma gondii und Parvovirus B19 sind in Deutschland die häufigsten Ursachen einer klinisch relevanten, pränatalen Infektion. Bei auffälligen Ultraschallbefunden müssen auch andere Erreger und nicht-infektiöse Erkrankungen als Ursache in Betracht gezogen werden. Unter Umständen kann die Anamnese wichtige Hinweise auf das auslösende Agens geben. Im Vortrag werden anhand von Fallbeispielen aus der Routinediagnostik seltene pränatale Infektionen beschrieben und diskutiert.